Reiseführer für Helden - Lothlórien
Geschrieben von Phielix   
Dienstag, 3. Februar 2009
Mutige Abenteurer, die die gefährlichen, dunklen Gebiete Morias lebend verlassen, können aufatmen, wenn das Osttor vor ihnen liegt. Dahinter erwarten sie verzauberte Gewässer, der Goldene Wald, Sonnenlicht und Sterne. Wer so weit durch Höhlen gewandert ist, wird sich freuen, endlich wieder den offenen Himmel zu sehen.


Lothlórien, der Goldene Wald, ist ein Gebiet voller Licht und Farben am Rande der dunklen Minen von Moria. Selbst in dieser Zeit der Dunkelheit und Angst wird dieses Gebiet von Celeborn, Galadriel und dem silvanischen Volk gut geschützt.

Da dieses am weitesten entfernte Tor von Khazad-dûm nun wieder in den Händen der Zwerge ist und auch ein Stallmeister in der Nähe weilt, ist selbst in den unheimlichen Tälern und blutigen Hallen der Zwergenstadt ein gewisses Maß an Sicherheit und Normalität vorhanden. Doch selbst hier ist nicht alles eitel Sonnenschein und Freude. Denn zwischen dem Osttor und den leuchtenden Wäldern der Elben jagen die Ork-Sippe und Warge die Freien Völker und bereiten die Kriegsmaschinen für einen neuen Kampf zur Eroberung des Tores nach Moria vor.
Und jetzt erlebst du selbst in diesem Lande deine eigenen Abenteuer von Moria. Galadriel, die Königin von Lothlórien, hat eine Mission, und die Galadrim, die Elben von Lórien, fordern dich auf, diese königliche Mission zum Erfolg zu führen.

Vor dem Osttor
Sobald du das Osttor verlässt, drehe dich um. Der Berg, der nun vor dir liegt, stellt den frühesten Versuch dar, den Traum Durins des Unsterblichen zu verwirklichen: ein elegantes und doch unübersehbares Tor, das seit Tausenden von Jahren Reisende aus dem Osten willkommen heißt und begeistert. Der gravierte Steinkopf des edlen und nachdenklichen bärtigen Zwerges erinnert an die vielen Zwergenfürsten-Tore von Khazad-dûm. Die gebogenen Zweige sind eine Anspielung auf die hohen, baumartigen Pfeiler, die die große Halle im Innern stützen.

Doch wurden die großartigen architektonischen Elemente unter dem Berg von diesem Tor inspiriert? Oder wurde die Fassade später geschaffen – als Andeutung auf die Bauwerke in Moria? Wie so viele Legenden, die sich um Moria ranken, wird die wahre Geschichte des Osttors wohl immer im Dunkeln bleiben.

Das Osttor von Khazad-dûm ist ein seltsames Gegenstück zum versteckten Westtor: bedrohlich, unübersehbar, grandios und jedem Reisenden östlich des Nebelgebirges zugänglich, der sich tapfer den dunklen, gefährlichen Gebieten Morias stellt.

Dieses Tal, das vom Osttor nach Lórien führt, hat viel Freude und Hoffnung gesehen, aber auch Krieg und Blutvergießen. Die Elben nennen dieses Gebiet Nanduhirion, aber es ist bekannter unter dem Namen Schattenbachtal. Daher nennen manche das Osttor auch das Schattenbachtor.

Das Schattenbachtal wurde vom Fluss Celebrant geformt, der aus dem Nebelgebirge hinunterstürzt und sich im Osten mit dem Großen Strom (der Fluss Anduin) vereint. Es führt gen Südosten an Felsen und kleinen Seen vorbei und erreicht schließlich den Saum des Goldenen Waldes von Lórien. Der größte dieser Seen ist der Spiegelsee, ein uralter, verzauberter See, in dem Durin der Unsterbliche seine ersten Visionen von Khazad-dûm hatte. Damals wie heute reflektiert der Spiegelsee (den die Zwerge Kheled-zâram nennen) das Licht der Sterne am Tage und in der Nacht. Viele Reisende, die die gleiche Inspiration suchen, die einst Durin zuteil wurde, suchen diesen Ort auf, um über das geheimnisvolle Licht zu meditieren.

Jahrtausende später, als Khazad-dûm unter den Schatten von Durins Fluch fiel und die Stadt die "schwarze Grube von Moria" genannt wurde, flohen Zwerge und Elben gleichermaßen vom Berg durch das Schattenbachtal. Durins Fluch war so furchterregend, dass selbst die Elben, die in diesem Tal – und am nahen Waldessaum – lebten, tiefer in das Elbenreich flohen, aus dem Lothlórien erwachsen sollte.

Ein uraltes Monument, umgeben von tapferen Bilwissen, steht am Rand des Spiegelsees. An diesem legendären See gründete Durin der Unsterbliche einst Khazad-dûm. In der Ferne steht drohend das Osttor wie ein Teil einer Bergwand.

Vor über einem Jahrhundert wurde das Schattenbachtal zu einem Schlachtfeld. Am Ende eines langen Rachefeldzuges erreichte eine Armee der Zwerge das Osttor und wollte die Bilwisse von Moria für den Mord an dem Zwergenfürsten Thrór, dem Großvater von Thorin Eichenschild, bestrafen. Der Ork-Häuptling Azog und seine Horde von Siedlern und Besatzern aus dem Inneren von Moria trafen im Tal auf die Zwerge. Die Zwerge erklärten Azog für Thrórs Tod verantwortlich, und erst als Azog auf den Stufen des Schattenbachtors geköpft wurde, endete die Schlacht von Nanduhirion (die manchmal die Schlacht der Minen von Moria genannt wird. Möglicherweise wird es jedoch bald eine Schlacht geben, die diesen Namen eher verdient).

Nach Azogs Tod floh Azogs Armee zurück in die Dunkelheit von Moria, und die Erinnerung an Durins Fluch war für die Zwerge einfach zu schrecklich. Nach dem Sieg über ihren unmittelbaren Feind zogen sich die Zwerge vom Osttor, und der dunklen Erinnerung an Moria, zurück – und überließen Moria dem Bilwiss-König, der Azogs Nachfolger werden sollte. Das traurige Schicksal von Khazad-dûm schien besiegelt.

Die Flüchtlinge des ersten Exodus von Khazad-dûm und die Gemeinschaft des Ringes entkamen der Dunkelheit Morias und Durins Fluch durch ein und dasselbe Tor. Doch die Gemeinschaft des Ringes ließ einen der Neun Wanderer zurück. Jetzt rasten und trauern die Überlebenden im Goldenen Wald von Lórien, jenseits des Schattenbachtals.

Seit jener Zeit haben Elben aus Lórien auf ihrer Mission, die versteckten Schrecken der tiefsten Gruben der uralten Heimat der Zwerge auszulöschen, dieses Tor nach Moria durchquert. Nun, da du ebenfalls durch das Tor geschritten bist, stärker und hoffentlich auch weiser, wende deinen Blick gen Lothlórien und die Aufgaben, die dich dort erwarten.

Im Schattenbachtal
Der Weg vom Schattenbachtor nach Lothlórien ist nicht lang, aber er wimmelt von Feinden. Einige der gefährlichsten und mutigsten Ork-Krieger sind ins Tal eingedrungen und haben Sonnenlicht und Elben getrotzt, um das Blut der Freien Völker zu vergießen. Sie lauern am Pass jenseits des Osttors und entlang des Pfades, der zu ihm führt. Finde sie, stell dich ihnen und sorge dafür, dass Nanduhirion für Reisende von und nach Khazad-dûm wieder sicher wird.

Hoch über dem Schattenbachtor mündete einst die östliche Öffnung des Rothornpasses, und ein schlängelnder Pfad führte von dort den Berg hinab. Heute ist der Pass durch riesige Massen an heruntergestürztem Eis und Schnee unpassierbar geworden, und kaltherzige Orks wandern an seinen Rändern entlang.

Hoch über dem Osttor führte der Rothornpass einst aus dem Nebelgebirge kommend, an einer Reihe von Wasserfällen vorüber (dem Schattenbachsteig), den Berg hinunter. Wie du bereits in der Nähe des Westtors festgestellt hast, blockiert eine große Masse Eis nun den Weg über diesen Gebirgspass. Offenbar hat dies die Orks von Moria ebenso überrascht wie die Gemeinschaft des Rings. Als das Eis vom Berg auf den Weg hinabstürzte, begrub es ein Lager von Wegelagerern der Orks unter sich. Jetzt patrouillieren Orks, die die Lawine überlebt haben, entlang der Mündung des gefrorenen Passes und versuchen, sich einen neuen Weg über den Berg zu bahnen.

Talwärts vom Osttor aus, entlang der Straße nach Lórien, kämpfen Freie Völker und die Ork-Sippe um die Herrschaft über das Schattenbachtal. Doch die Freien Völker sind selbst hier im Sonnenlicht und in der Nähe von Lothlórien in der Unterzahl.
Das erste Lager außerhalb des Tores ist eine Station der Zwergenexpedition, die Moria zurückerobern möchte. Dieses belebte Lager mit seinen Wagen und Zelten am Ufer des Spiegelsees steht trotz der Gegner, die es umzingeln, recht selbstbewusst seinen Mann. “Wir kontrollieren sowohl das Osttor als auch das Westtor” sagt ein freundlicher Zwerg. “Die Orks werden bald keinen Ausweg wissen!” Das stimmt zwar, aber da die Ork-Stämme so eingekesselt sind, werden sie sich nicht scheuen, heftigen Widerstand zu leisten.

Das Schattenbachtal, vom Nebelgebirge hinunter bis zum Rande von Lothlórien, ist nicht frei von Orks aus Moria. Einige der gefährlichsten Krieger und Zauberer aus der Schwarzen Grube haben dem Sonnenlicht getrotzt, um das Blut der Freien Völker zu vergießen.
Wargreiter, Ork-Saboteure und Bilwiss-Krieger haben sich hinter groben Palisaden verschanzt, um Reisende auf dem Weg nach Lórien anzugreifen. Wenn immer mehr und immer stärkere Ork-Lager entstehen, werden die Orks noch das Osttor erobern und den Kontakt zwischen der Moria-Expedition und den Elben von Lothlórien blockieren. Doch egal wie viele dieser tapferen, blutrünstigen Orks auch besiegt werden, es scheinen immer mehr von ihnen aus Moria herauszukommen, um sich voller Wut und rasend in den Kampf zu stürzen.

Die Orks kontrollieren sogar das Gebiet um das Denkmal von Durins Vision im Spiegelsee. Wie lange wird es dauern, bis sie die Zufluchtsstätte der Freien Völker auf dem gegenüberliegenden Ufer des Flusses Celebrant entdecken? Wie lange wird es dauern, bis sie in ihrer wütenden Angst, Moria zu verlieren, zum letzten Schlag ausholen?

Der Goldene Wald
Endlich, der Goldene Wald. Auch dieses Land ist tief verwurzelt in Sagen und Legenden. Der Fluss Nimrodel trägt den Namen der Elbenmaid, die die Geliebte des ehemaligen Fürsten von Lórien war, welcher wiederum nach dem Berg Cerin Amroth benannt wurde, dem Hügel in der Mitte Lothlóriens. Celebron und seine Frau Galadriel kamen in Lórien an die Macht, als Amroth sich auf die Suche nach Nimrodel machte. Er kehrte nie zurück. Es war Galadriel, die die weißen, goldblättrigen Mallorn-Bäume nach Lothlórien brachte.

Die überlebenden Mitglieder der Gemeinschaft der Ringe, die kurz vor dir von Bruchtal aus aufgebrochen sind, lagern nun im Herzen von Lothlórien, in der Lichtung von Cerin Amroth, und trauern um ihr mächtigstes Mitglied.

Die Brücke, die einst das klare Wasser des Flusses Nimrodel überspannte, ist eingestürzt, und der Wald weist unliebsame Reisende ab. Möglicherweise eilt dir jedoch dein Ruf über deine Taten in Moria voraus. Suche nach Freunden unter den Galadrim, den Bewohnern der Bäume, den Elben, die Celeborn und Galadriel dienen.

Um dir den Zutritt zu den geheimsten Plätzen von Lórien zu verschaffen, benötigst du die Gunst von Galadriels Untertanen. Suche im Südosten nach Haldir, hoch oben in der Krone im Geäst eines Mallorn-Baums. Diesen hohen Terrassen, genannt "Flett" verdanken die Galadrim ihren Namen. Von diesen Fletts aus schauen die Elben von Lothlórien auf die blühenden Wälder hinunter und halten nach Eindringlingen Ausschau.

Fletts gibt es überall im Goldenen Wald. In der Lichtung von Cerin Amroth wirst du auf einem solchen Flett mit alten Freunden vereint werden. “Ja, sie sind wirklich schön”, sagt Gimli, Sohn von Gloín, zu Legolas. “Ich schlage vor, wir klettern jetzt wieder hinunter.”

Die Gemeinschaft des Ringes hat die Reise durch Moria überlebt – nur einer hat es nicht geschafft. Hier in Cerin Amroth rasten die Überlebenden, sammeln Kräfte und trauern um ihren Verlust. Gandalf der Graue, der dir von deinen Abenteuern in Eregion bekannt ist, ist den Minen von Moria nicht entkommen.

Ein Treffen in Lothlórien
Wenn du dich den gefährlichsten Bestrebungen der Weisen hingibst und deine Mission in den schrecklichsten Bereichen des Steinfundaments Morias zum Erfolg führst, wird dir möglicherweise eine Audienz bei Frau Galadriel zuteil.

Die charismatische Frau Galadriel wird von Unkundigen als Zauberin gefürchtet, doch ist sie weit und breit als uralt und wunderschön bekannt. Elben und Dúnedain wissen um ihre Gerechtigkeit und Weisheit, und den Freien Völkern ist sie eine wertvolle Verbündete und Anführerin. Ihre Stimme klärt dich über die wichtigsten Aufgaben und Instanzen der Minen von Moria auf.

Dies ist nicht ihr einziger Auftritt in der Saga von Der Herr der Ringe Online. Ihre Gegenwart ist überall in den Minen von Moria zu spüren, denn sie erzählt von den wichtigsten Aufgaben und Instanzen der Geschichte, die dich in Buch II erwarten. Wenn du dann schließlich der Dame des Goldenen Waldes zum ersten Mal leibhaftig begegnest, wird dir ihre Stimme lange vor dieser ersten Begegnung sehr vertraut sein.

Die Audienz mit Frau Galadriel wird dich in ihren riesigen Garten führen, der in der Nachtluft Lóriens leuchtet, und dort wirst du der geheimnisvollen Zauberei ihres Spiegels teilhaftig werden. Galadriel weiß Dinge, die dein Schicksal bestimmen. Sie steht mit dem mächtigen Adler Gwaihir, dem Herrn der Winde, in Verbindung. Er hat gehört, dass deine Geschichte und die Geschichte Gandalfs noch nicht zu Ende ist.
 
< Zurück   Weiter >
© 2017 Herr der Ringe Online.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.